I like to move it, move it

Eigentlich sollte dieses Jahr mit "Florida Tales" beginnen. Mit Fotos aus den Everglades, mit Fotos vom Orange River und vom  Strand in Sanibel Island. Stattdessen: Pappkartons, Klebeband, Packpapier und jede Menge Spass mit den Adressaenderungen. Die U.S. Citizen and Immigration Services sind dabei nur Aufwaermuebung fuer die harten Brocken TimeWarnerCable (4 Anrufe, 4 Auskuenfte) oder Department of Motor Vehicles - wenn man das Telefonmenue erst mal ueberwunden hat. If you want to continue in English, please press 1 -  "!" - Thank you for calling the Department of Motor Vehicles. Please press 1 for Non-Driver IDs, 2 for title information, 3 for information on traffic tickets, ... , 8 to speak with a representative - "8" - please press 1 for address changes, 2 for replacement documents, ... , if you want to speak to a representative, please stay on the line...(10min spaeter)..."no, sorry, you have to come in person. Bingo. Mal wieder den Hauptgewinn gezogen. Das passiert uns mit Time Warner aber nicht, schliesslich denken wir ja mit (grosser Fehler). Montag Morgen um 7.50am stehe ich vor der Tuere des Stores an der 23rd Street. Da  er erst um 8am aufmacht, sogar an Position 2. Position 2 bringt mich an Schalter 8 zu Avis M. Avis ist sehr freundlich, hat aber leider keinen Plan. "I am soooo sorry, but I can't disconnect your services" - "???" - "I have to apologize" - "???" - "Can you come back tomorrow?" - "No - I was told to drop off my equipent here and today" - "Ok. Would you sign  that you force me to take your equipment, please?" - "Force you?" - "Yes, you refuse to take it back" - ...um nur einen kurzen Einblick in TimeWarner Land zu geben.

Vom Winter der kein Winter war: Florida Tales

Der Winter begann ganz unerwartet im Oktober letzten Jahres. Ueber Nacht legte sich New York eine etwa 10cm dicke, weisse Decke zu, die in den folgenden Stunden den typischen Gang aller weissen Schneedecken New York nehmen sollte. Zunaechst jedoch rueckte das Raeumkommando aus, Busse wurden mit Ketten bestueckt und Gewehge mit den altbekannten kleinen weissen Kuegelchen und grossen grauen Salzkristallen geschmueckt. Das war der Anfang vom Ende und innerhalb weniger Stunden wurde aus weiss grau, aus Schnee Matsch und aus Spass Ernst. Aehnliches wiederholte sich Anfang 2012, allerdings in deutlich abgeschaechter Form, so dass aus Spass zwar weniger Spass wurde, den Winter aber schon keiner mehr so richtig ernst nahm. Mittlerweile ist Ende Maerz, die Temperaturen bewegen sich zwischen ca. 7 und fast 25 Grad, je nach Tagesform. Dass wir uns technisch gesehen im Fruehling befinden laesst sich maximal an Baeumen und Pflanzen (ja, auch die gibt es hier) erkennen. Wie ueblich wird sich die Stadt vom Winter in den Sommer katapultieren!

 

Und weil der Winter kein Winter war und auch keiner werden wollte, haben wir die erste Woche des Jahres in Florida verbracht. Sonne, blauer Himmel, 25 Grad. Dachten wir jedenfalls. Wer haette den ahnen koennen, dass ausgerechnet in Florida Winter war, die Temperaturen bis in die unteren 40er fielen und die Wetterdienste Frostwarnungen herausgaben?

 

Mission: Atlantis

April 2012

Es war einer dieser Freitage. Ich arbeite von zu Hause aus am Ess-, Arbeits- und eigentlich einzigen Tisch in unserer Bude. Waehrend mein Ruecken in Richtung Osten, d.h. zu 10th Ave und Empire State Building zeigt, weist die Nase in Richtung Westen und damit zum Hudson River. Zwischen unserem Gebaeude und einem anderen an der 26th St sieht man hinueber nach New Jersey. Naja, und dann passierte es: im Tiefflug flog ein Space Shuttle auf dem Ruecken einer B-747 vorbei. Ok. Vielleicht doch Pestizidrueckstaende im Kaffee oder einfach noch nicht ganz wach. Nach ein paar Minuten dasselbe aus der anderen Richtung. Gar nicht so uebel, Kaffee mit Pestiziden. Nun aber nach oben aufs roof top, vielleicht passiert's ja noch ein 3. Mal. Negativ. In einem weiten Bogen sah ich sie ueber Jersey hinwegfliegen, dann ueber die Bronx in Richtung Kennedy Airport: das Space Shuttle  Enterprise auf ihrem letzten Flug, Ziel zunaechst JFK, ab Juni dann letzte Ruhestaette auf der Intrepid, einem Flugzeugtraeger, gewissermassen das Sinsheimer Auto & Technik Museum von New York. Uebrigens - die Atlantis war nie im All und wird es auch nie mehr erreichen. Schluss, aus, vorbei!

 

 

Turks & Caicos Islands

Reef Shark by Mickey Gopigian (flamingodivers.com), 2012
Reef Shark by Mickey Gopigian (flamingodivers.com), 2012

May 2012

Eine Woche Urlaub auf Turks & Caicos laueft einfach rein: Strand, tuerkis-gruenes Wasser, (Cocktails), und vor allem: jede Menge Haie. Beim Tauchen cruisen sie am Riff entlang (klarer Fall, "reef shark") oder ziehen neugierig ihre Runden um die Taucher (s. Foto), beim Schnorcheln sieht man sie aus der Entfernung, und selbst beim Stand-up Paddleboarding in den Mangroven schwimmt ein kleiner Zitronenhai unter dem Brett hindurch. Ausserdem: Schildkroeten, Lobster, Schwaerme bunter Fische, Barrakudas, kitschig violette Korallen, kitschig gruene Schwaemme, Muraenen, etc. Sollte es Euch mal nach Turks & Caicos verschlagen und Euch der Sinn nach Tauchen steht: Flamingo Divers (flamingodivers.com) ist die Adresse der Wahl - persoenliche Betreuung und Tauchgruppen von maximal 8 Personen. Cookies inclusive! ;-)

Gerade eben kam ganz unerwartet noch eine email von Jayne & Mickey rein, daran angehaengt eine Auswahl Fotos von insgesamt 4 Tauchgaengen: reef shark, more reef shark, Daniel & stingray (aber nur einer von beiden schaut in die Kamera), green moray eel, lobster, crab, Daniel, brain coral, etc., etc., etc. THANK YOU JAYNE & MICKEY! Wer daran interessiert ist, was sich noch so alles unter Wasser tut, sollte sich den "daily photo log" auf FLAMINGODIVERS.COM anschauen! Wie immer vergroessern sich die Fotos in der folgenden Gallerie durch anklicken.

Grace Bay, Turks & Caicos Islands 2012
Grace Bay, Turks & Caicos Islands 2012

Auch wenn das Foto an sich keine weitere Beschreibung braucht, vielleicht wird es doch etwas plastischer mit den folgenden Details: KEINE HAIE! Feiner weisser Sand, kristall-klares Wasser (ca. 26 Grad), Lufttemperatur ca. 29 Grad, angenehm kuehlende Brise aus Nord-West, angenehm kuehler frozen Daiquiri in der Hand (ca. 2 Grad) - und das ganze zu Beginn der low season und daher fast leeren Straenden. Dass sich aber doch ein paar Touristen auf der Insel befanden, zeigte sich beim Abflug in der Huette, die der Einheimische gern als "Providenciales International Airport" bezeichnet. Vom Check-in Schalter geht es aus dem Gebaeude entlang einer langen Schlange, waehrenddessen sich ein Gewitter ueber der Insel austobt und jede Flugbewegung unmoeglich macht. Dies hat zur Folge, dass Passagier nach Passagier zwar abgefertigt und durch die Security geschoben wird, das Abflugs"terminal" aber nicht verlassen kann. "Due to inclement weather all incoming flights are delayed...". Innerhalb von 10 Minuten sind saemtliche Sitzplaetze belegt. Nach 12 Minuten dehnt sich die Masse auf den Boden aus. Nach 15 Minuten beginnen die ersten, das Kiosk zu pluendern und Bier zu trinken. Nach 20 Minuten schliesslich sitzen die ersten im Duty Free Shop (ah, geil, Rolex...), wenig spaeter fuellen Stehende den noch verfuegbaren freien Raum und unermoeglichen es den Biertrinkern, die nunmehr notwendig gewordenen beiden (2!) Toiletten zu erreichen. Schliesslich Beifall, als sich JetBlue als erste Airline eine "Wasserlandung" (erfolgreich) zutraut und noch mehr, als US Airways dem Beispiel folgt. Das Erlebnis waere nur halb so schoen, wuerde nicht noch der mehrstufige Einsteigeprozess bevorstehen. Nicht zu vergessen, Turks & Caicos befindet sich fest in amerikanischer Hand und wo das der Fall ist wird mit viel - VIEL - Handgepaeck geflogen. Und das muss erst Mal verstaut werden...


The Secret Life of Walter Mitty

5/13/2012

Wir waren unterwegs in Richtung Midtown. Zwischen sechster und siebter Avenue auf Hoehe der 51. Strasse war mal wieder alles wegen Filmarbeiten gesperrt. Wie ueblich hingen nur ein paar rote Zettel an Laternenmasten, diesmal sagten sie "The Secret Life of Walter Mitty" und "Sunday, 5/13/2012". Filmarbeiten sind in NYC ja nun nichts besonderes, auch wenn es sich - wie in diesem Falle - um Ben Stiller's neuesten Film handelte. Dabei fiel uns auf, dass wir seit langer Zeit keinen echten Promi mehr gesehen hatten. Etwa 30 Sekunden spaeter schreit mir Melanie ins Ohr " DA IST BEN STILLER" - ??? - DORT!!! - ??? - Ahhhh. Und in der Tat, da stand Ben Stiller mitten auf dem Gehweg der 6th Avenue. Siehe Foto. Wenig spaeter stieg dieser dann allerdings in eine grosse, schwarze Limousine und fuhr dahin, woraufhin wir uns weiter auf den Weg in Richtung 5th Ave machten, nun durch die 52nd Street und wieder vorbei an einer endlosen Kette von Filmtrailern. Etwa 3m vor uns ging nun eine Tuere auf - und B.S. stand ein weiteres Mal vor uns. Etwa eine halbe Stunde spaeter, diesmal auf dem Rueckweg zur Subway, liefen wir wieder durch dieselbe Strasse - BEN!! Long story short: auf der 51sten wurde nun wirklich gedreht - mit BEN STILLER...mit einem Eiskaffee in der Hand gabs zwar keine Einsichten in Walter Mitty's Secret Life, aber immerhin einen live Filmdreh mit einem A-Promi! Die folgenden Bilder lassen sich per Klick vergroessern:

Germany

An alle, die wir in den letzten beiden Wochen in Deutschland gesehen, getroffen, gesprochen haben: Wie immer war es toll, Euch endlich mal wieder gesehen (getroffen, gesprochen) zu haben. Danke, dass es geklappt hat, uns irgendwie reinzuquetschen und unterzubringen! Am Anfang haben wir New  York vermisst, diesen grossen, vollen, heiss-feuchten, stinkenden Moloch (der ja eigentlich unser Zuhause ist), seitdem wir gestern wieder in NY gelandet sind, vermissen wir Deutschland. The grass is always greener on the other side...was aber genau ist den jetzt "greener"? Ein paar Beispiele:

 

  • In New York "scannt" einen keiner von oben bis unten, drehen sich nicht Dutzende Koepfe, wenn man ein Restaurant, die S-Bahn oder ein Geschaeft betritt. Man fuehlt nicht beobachtet, begafft und in eine bestimmte Schublade einsortiert - viel zu sehr ist der New Yorker mit sich selbst beschaeftigt und an sich selber interessiert. Jeder ist sich selbst am naechsten, jeder ist selbst am Wichtigsten.
  • Mann, ist Deutschland sauber!
  • Ruhig und beschaulich ist es auch! Nachts bei offenem Fenster schlafen, DAS ist Luxus! Wie sehr man sich doch an den "white noise" gewoehnt, den der Verkehr in NY produziert. The city that never sleeps...
  • An 7 Tagen in der Woche, an fast 24 Stunden am Tag alles irgendwo kriegen und erledigen koennen, das ist New York. Wer hat denn nur diese toten Sonn- und Feiertage in Deutschland erfunden??
  • Wurst vom "Klein", "Kroeger's" Broetchen, Peek & Cloppenburg und Breuninger - noch Fragen?
  • Ein Abendessen fuer weniger als 10 EUR - schade, dass man nur einen Magen hat...
  • Diese bescheuerte immigration Prozedur am Flughafen in New York!!!
  • Etc.

 

Es sind definitiv zwei Welten, in denen wir da unterwegs sind, zwei Welten, die verschiedener nicht sein koennten. Zwei Welten, die wir beide auf ihre Weise lieben und nicht missen wollen. Aber eines scheint klar: Deutschland ist und wird immer unsere eigentliche Heimat bleiben!

 

PS: Ein riesengrosses Danke geht an unsere Orscheler Freunde Kathrin & Christian, die einmal mehr ihr Haus fuer uns geoeffnet haben und uns ganz selbstlos aufgenommen haben - WG mit Euch ist klasse!


Zurueck nach NY ging es am 1. September mit dem A380 der Lufthansa (im Gegensatz zu ihren streikenden Kollegen war das Kabinenpersonal ausgesprochen gut aufgelegt). Wie ueblich dauerte der Flug ueber den Atlantik in westlicher Richtung ungefaehr 4 Filme lang - was den angenehmeren Teil der Reise bildete. Der unangenehmere, ebenfalls wie ueblich, war mal wieder die immigration. Nicht wie man annehmen sollte wegen der immigration officer, sondern wegen der Schlange vor den Schaltern. Diese begann naemlich nicht erst in der Ankunftshalle, sondern bereits nach dem Aussteigen aus dem Flieger. Hunderte, wenn nicht mehr Menschen form(ier)ten sich zu einer formwandelnden Schlange, einem wabernden Organismus, dessen Oberflaeche aus Paessen und Einreiseformularen bestand. Mei is des a Spass. Wie sich bald herausstellte war das Glueck auf Seiten derer, die mit Kindern reisten, sie durften sich gemaess dem Motto "skip the line" direkt zum Schalter begeben, wohingegen alle anderen mit freundlichen Worten ans Ende der Schlange gebeten, gelotst und befohlen wurden. Es stellte sich einem schon die Frage "woher kriege ich nun mal schnell ein Kind?", bzw. ob "Rent-a-Kid" nicht ein profitables Geschaeftmodell sein koennte. 

Irgendwann aber erreicht jeder mal den Kopf der Schlange, in unserem Falle war das sogar ganz unerwartet nach nur einer einzigen Stunde. Dort sprang, einer zuengelnden Zunge gleich, ein blau bekleideter Flughafenangestellter hin und her, scheuchte Leute mal nach links, mal nach rechts oder eben ordnete Stillstand an. Der langen Rede kurzer Sinn: wir durften einreisen, das Gepaeck wartete bereits neben dem Rollband (zwischen ca. 500 anderen Koffern) und so machten wir uns auf nach Hause, das wir denn auch nach kurzer Reise mit Air Train, Long Island Rail Road (Zug) und Taxi erreichten. Fazit: 30min Flughafenanreise, 2h warten, 8h fliegen, 2.5h Flughafenabreise. New York ist gleich um die Ecke...

Zu Hause angekommen erwartete uns das: 30 Grad, schwueles Wetter, eine weitere Baustelle in der Umgebung, ein neu eroeffneter liquor store im Gebaeude und dieser Aushang, der auf einem Lichtmast neben dem Seiteneingang klebte. Con Edison, der New Yorker Strom- und Gasanbieter macht darauf aufmerksam, dass "Wildpiesler" - vermutlich in erster Linie (aber nicht ausschliesslich) Hunde - gegebenenfalls mit einem kleinen Schock zu rechnen haben, sollte das Pissoir der Wahl jener besagte Lichtmast sein...

 

Es lebe die (Hunde)Toilette!

Tribute in Light

Sept 11, 2012

Blick von unserem rooftop

"click" aufs Foto vergroessert dieses!

photography has not yet been updated! Sorry... ;-)